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#gegenReede 2.0: Akteneinsicht

Akteneinsicht offenbart fehlendes Herzblut örtlicher Stellen für unsere Heimat

Bad Salzig. „Interessant, was eine Akteneinsicht doch alles zu Tage fördert“, informiert Alfred Fuchs, einer der Initiatoren der #gegenReede 2.0.

Das wichtigste zuerst:

  • Am 25. März hat die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) in einer Videokonferenz über die am Bad Salziger Rheinufer geplanten Maßnahmen informiert. Die Umsetzung der geplanten Liegestelle sei für Anfang 2022 geplant. Der Bürgermeister der Stadt Boppard und der Ortsvorsteher von Bad Salzig haben an dieser Videokonferenz teilgenommen.
  • Eine Information der Öffentlichkeit zum Maßnahmenbeginn gibt es bislang nicht. Die Rede war von einem Beginn in drei Jahren, so jedenfalls wurden die bisherigen Informationen aufgenommen.
  • Das Besprechungsprotokoll liegt allen Teilnehmenden der Videokonferenz vor, wurde nach Kenntnis der Initiatoren der #gegenReede 2.0 allerdings an die Mitglieder des Ortsbeirates und des Stadtrates bislang nicht weitergegeben.
  • Aus einem anderen Dokument geht hervor, dass die Bauzeit mit rund fünf Monaten netto veranschlagt ist.

Wie in dem Besprechungsprotokoll zu lesen ist, hat der Bürgermeister der Stadt Boppard die Planungen der WSV begrüßt. Der Bad Salziger Ortsvorsteher hat um Vorstellung der Planungen im Ortsbeirat gebeten, die bekanntlich am 5. Mai 2021 erfolgt ist. Auch hat er Fragen nach der Nutzungsintensität der Reede aufgeworfen.

Bei aufmerksamer Durchsicht des Besprechungsprotokolls ist aufgefallen, dass neben Dalben, Landgangstegen, Landstromvorrichtungen, Beschilderungen und Parkplätzen auch Einrichtungen einer dezentralen Müllentsorgung vorgesehen sind. Die Binnenschiffer könnten dann ihren Hausmüll in bereitgestellte Behälter entsorgen, sodass der Müll nicht in der Uferböschung oder gar auf dem Radweg abgelagert würde.

„Künftig zieren also auch noch Müllcontainer das Bad Salziger Rheinufer“, macht sich Burkhard Höhlein Luft.

Die dem Innenministerium nachgeordnete Generaldirektion „Kulturelles Erbe“ schließlich sieht die geplanten Schiffsanleger im Rhein bei Bad Salzig zwar als eine gewisse optische Beeinträchtigung der Denkmäler auf der rechten Rheinseite, stellt aber die Bedenken gegen die Schiffsanleger zurück, da es sich um die notwendige Anpassung an den heutigen Schiffsverkehr handele. Zudem würde es sich bei dem gewählten Standort in Bad Salzig nicht um ein sonderlich stark touristisch genutztes Ziel handeln. Im Hinblick auf die Wichtigkeit der betroffenen Blickachsen auf die Denkmäler auf der rechten Rheinseite handele es sich um eine eher geringere Beeinträchtigung, als dies bei einem sehr stark frequentierten Ort der Fall wäre.

„Eine solche Argumentation verkennt die Gegebenheiten völlig“, stellt Jürgen Schneider fest. Bad Salzig sei das einzige Mineralheilbad im Welterbe und Standort der Mittelrheinklinik mit vielen tausend Übernachtungen im Jahr.

Wichtig scheint der Landesdenkmalpflege aber die farbliche Gestaltung der mit den Schiffsanlegern stehenden Bauwerke zu sein. In einer E-Mail an die WSV bittet die Generaldirektion „Kulturelles Erbe“, dass diese möglichst zurückhaltend ausfallen sollten.

Die Obere Wasserbehörde bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord) in Koblenz widmet der Thematik in ihrem Schreiben an die WSV ganze 6 ½ Zeilen. Mit diesem Schreiben bittet die SGD Nord die WSV nach wenigen Anmerkungen zur Sache um Mitteilung des Maßnahmenbeginns und der Beendigung der Maßnahme. Der Bundestagskandidat der GRÜNEN, Julian Joswig, selbst Bad Salziger und Unterstützer der Initiative, hat kurzfristig einen Termin mit Wolfgang Treis, dem neuen Präsidenten der SGD Nord arrangiert. Das Ergebnis der erneuten Befassung der SGD Nord bleibt abzuwarten. Man muss wissen, dass die Maßnahmen, die über den Erhalt des bestehenden Zustandes der vorhandenen Reede hinausgehen, nur im Einvernehmen, also mit Zustimmung der Oberen Wasserbehörde durchgeführt werden dürfen.

„In einer ersten Zwischenbilanz müssen wir enttäuscht und auch wütend feststellen, dass hier nach unserem Eindruck ‚Schreibtischtäter‘ unterwegs sind, die – so unsere Empfindung – ohne jedes Herzblut und erkennbares Engagement für Bad Salzig und das Welterbe einen Job erledigen“, fassen die Initiatoren der #gegenReede 2.0 ihre Erkenntnisse aus der Einsichtnahme in Akten der WSV zusammen.

„Es ist fünf vor Zwölf!“, macht Alfred Fuchs deutlich. Für Bad Salzig, für unsere Heimat und für das Welterbe ist es wichtig, dass sich viele Unterstützer in der Initiative zusammenfinden. Das sollte gerade jedem Bad Salziger ein Herzensanliegen sein. Zurzeit hat die #gegenReede2.0 fast 1.100 Unterstützer.

„Schließen Sie sich an und bringen Sie sich ein. Nur gemeinsam sind wir stark!“, lädt Alfred Fuchs zum Mitmachen ein.

Man kann sich als Unterstützer eintragen unter www.gegenreede.de.

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