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Gastronomie öffnet wieder

Wochenlang waren sie im Zuge der Maßnahmen gegen eine gefährlich schnelle Verbreitung des Coronavirus geschlossen, ab diesem Mittwoch dürfen Gastronomen ihre Betriebe wieder öffnen.

„Endlich“, sagt Josef Mayer, Kreis-Vorsitzender Rhein-Hunsrück des Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA). „Trotz der sehr strikten Auflagen, die zwingend beachtet werden müssen, sind wir erleichtert, dass wir endlich wieder arbeiten dürfen und hoffentlich zahlreiche Gäste in unseren Cafés, Kneipen, Biergärten und Restaurants begrüßen können“, so Mayer weiter.

Hotel Ebertor Boppard

Die heimischen Gastronomen sind darauf angewiesen, dass vom Start weg möglichst viele Gäste kommen, denn die finanzielle Not ist groß. Da der internationale und nationale Tourismus noch weitgehend brach liegt, setzen die Wirtsleute ganz besonders auf heimische Kunden. Gut möglich, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht, denn nach Wochen ohne Restaurants, Biergärten und Cafés freuen sich viele Menschen auf das Ende der Gastronomieschließung und damit auf einen weiteren Schritt in Richtung „Vor-Corona-Normalität“.

Die Gastronomen haben unmittelbar nach der kurzfristigen Bekanntgabe der bevorstehenden Öffnung und der strengen Auflagen mit den Vorbereitungsarbeiten begonnen. Tische und Stühle wurden auf Abstand gerückt, Hygienevorschriften für Innen- und Außengastronomie umgesetzt. Bereits dafür war es nötig, das Personal zu „reaktivieren“ und zielgerichtet zu schulen. Die Gastronomen und ihre Teams haben alles getan. Jetzt liegt es an uns allen, dass wir die gastronomische Vielfalt durch unsere Besuche am Leben erhalten. Denn Experten sehen zahlreiche Betriebe akut bedroht und befürchten, dass bis zu einem Drittel die Coronakrise wirtschaftlich nicht überleben.

Lange hatten sie auf das grüne Licht von der Mainzer Landesregierung für die Wiedereröffnung ihrer Gastronomiebetriebe gewartet. Dann kam es in der vergangenen Woche und sorgte für gehörigen Stress. Denn schon an diesem Mittwoch dürfen in Cafés, Restaurants und Biergärten bei Einhaltung strenger Auflagen wieder Gäste empfangen werden. In Windeseile wurde das Personal wieder zusammengetrommelt und unter Hochdruck daran gearbeitet, dass alle Bedingungen bis zum Eröffnungsdatum erfüllt sind. „Das war eine sportliche Leistung für uns alle“, sagt Marek Gawel (Foto), Inhaber und Geschäftsführer der Bopparder Häuser „Bellevue Rheinhotel“ und „Ebertor“. „Gemeinsam mit meinem Team haben wir aber rechtzeitig alle notwendigen Vorbereitungen abgeschlossen und freuen uns jetzt auf unsere Gäste“, so Gawel.

leere Stühle
Hotelier Marek Gawel vom Hotel Bellevue und Hotel Ebertor: Mal kurz nachgezählt, etwa 100 Stühle von 380 kommen im Hotel Ebertor vorerst nicht zum Einsatz

Im großen Ebertor-Außenbereich wurden in den vergangenen Tagen Tische und Bestuhlung weggeräumt, damit der in den Corona-Auflagen vorgeschriebene Mindestabstand eingehalten wird. „Wir können deutlich weniger Gäste als gewohnt empfangen. Die Zahl der Plätze haben wir im Außenbereich von fast 300 auf 180 reduziert, auch im Restaurant mussten wir im gleichen Ausmaß Tische und Sitzplätze wegräumen“, nennt Gawel eine Größenordnung. Desinfektionsmittel an verschiedenen Stellen, Laufwege des Personals, Mund- Nasenschutz-Masken in aus­­reichender Anzahl – dies sind nur einige wenige Beispiele, an die Gawel ebenso wie seine Berufskollegen bereits im Vorfeld denken musst.

„Nicht nur für uns, auch für unsere Gäste ändert sich bis auf Weiteres einiges“, sagt Gawel beim Vorort-Termin gegenüber unserer Zeitung: „Eine vorherige Tischreservierung ist notwendig, die wir gerne auch recht kurzfristig und spontan annehmen. Wir müssen dann den Gästen ihre Plätze zuweisen“, so Gawel. Dies und auch die Tatsache, dass alle Speisen und Getränke am Tisch vom Personal serviert werden müssen (Gawel: „Büffets sind nicht gestattet“.), dürfte bei den meisten Gäste ebenso auf Akzeptanz stoßen, wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf den Wegen zum Tisch, zur Toilette oder beim Verlassen des Lokals. Der härteste Einschnitt: Gäste müssen schriftlich Namen, Anschrift und Telefonnummer hinterlassen, damit im schlimmsten Fall die Infektionskette zurückverfolgt werden kann. Nach spätestens drei Wochen müssen Wirtsleute dafür sorgen, dass diese Listen vernichtet werden.

Mindestabstand
DEHOGA Kreisvorsitzender Rhein-Hunsrück Josef Mayer legt selbst Hand an um den Mindestabstand zu überprüfen

Josef Mayer (Foto), der jahrzehntelang den Landgasthof „Eiserner Ritter“ in Boppard-Weiler bis zur Übergabe an die nächste Generation betrieben hat, war sich in seiner Funktion als Vorsitzender der DEHOGA Rhein-Hunsrück mit Marek Gawel einig, dass die Auflagen ohne Wenn und Aber eingehalten werden müssen. „Da müssen wir jetzt alle auch noch durch“, sagt Mayer. „Hauptsache ist, dass wir jetzt endlich wieder öffnen dürfen.“ Und Gawel, der auch die Demonstration „Leere Stühle“ am Deutschen Eck federführend organisiert hatte und eine gleichnamige WhatsApp-Gruppe ins Leben gerufen hat, gewinnt dem „Drama Coronakrise“ auch noch etwas Positives ab: „Noch nie war der Zusammenhalt der Gastronomen so gut wie jetzt. Das ist herausragend.“ Jetzt müssen nur noch möglichst viele Gäste dafür sorgen, dass die gesamte Branche „reanimiert“ wird.

Es ist angerichtet – los gehts!

Nach der wochenlangen „Corona-Zwangspause“ dürfen die Gas­tronomen unserer Region ab diesem Mittwoch wieder ihre Betriebe öffnen. Für Inhaber und ihr Personal ist es nicht nur existenziell wichtig, dass sie endlich wieder Speisen und Getränke anbieten dürfen, sie freuen sich auf die Arbeit und den Kontakt mit ihren Gästen. Und für die meisten Menschen ist es so etwas wie ein Segen, dass das Kapitel der weitreichenden Einschränkungen hoffentlich dauerhaft beendet ist.

Eiserner Ritter Boppard Weiler
Stefan Mayer (li.) und Spitzenkoch René Klütsch vom Landgasthof Eiserner Ritter Boppard bereiten sich mit marktfrischen Zutaten auf den Neustart vor: „Endlich geht es wieder los“.

Die Wiedereröffnung der Gastronomie steht auch für ein großes Maß wiedergewonnener Lebensqualität. Das gepflegte Essen in einem Restaurant, die angenehme Unterhaltung bei einem Glas Bier oder Wein in einer Gaststätte oder auch der kurze Stopp an der Imbissbude stehen für Genuss und Geselligkeit.

Das herrliche Welterbetal, die Natur des Hunsrücks und die große gastronomische Vielfalt sind Markenzeichen unserer Heimat. Josef Mayer, Vorsitzender der DEHOGA Rhein-Hunsrück, hofft ebenso wie seine Kolleginnen und Kollegen der Gastronomie-Branche, dass möglichst viele Gäste den Neustart zu einem Erfolg machen. „Die Angebotspalette in unserer Region ist riesig“, so Mayer. „Im Rhein-Hunsrück-Kreis haben wir rund 600 Betriebe. Vom Feinschmeckerrestaurant bis zur Bratwurst- und Dönerbude ist alles dabei. Diese wunderbare gastronomische Vielfalt bleibt uns hoffentlich auch in Zukunft erhalten.“

Da die Zahl der Touristen vermutlich noch einige Zeit deutlich geringer als gewohnt sein wird, sind die Wirtsleute auf heimische Gäste in besonderem Maße angewiesen.

Königliches Brauhaus
Das Team vom „Königlichen Brauhaus Boppard“ in der Kurtrierischen Burg ist gut vorbereitet und freut sich auf die Gäste.

Wir alle können mit unsern Besuchen dazu beisteuern, dass die Betriebe, die 3.200 Festangestellten und die vielen Aushilfskräfte weiterhin eine gute Zukunft haben. Mit der Wiedereröffnung der Gastronomie können wir unsere Region noch ein Stück mehr genießen. [as]

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