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Den Hahn neu erfinden

Region. Der Flughafen Hahn kommt aus den Negativ-Schlagzeilen nicht raus. Nach dem Millionendesaster des Landes, das Unsummen an Steuergeldern auf dem Hunsrück verpulvert hat, setzen der geplante Rückzug des Billigfliegers Ryanair und die wirtschaftlichen Turbulenzen durch die Coronakrise dem Flughafen Hahn zu (der RHA berichtete). Jetzt fordern die Umweltorganisation BUND und das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft die sofortige Schließung von drei regionalen Kleinflughäfen – einer davon ist der Hahn. Die Experten haben in einer Studie insgesamt 14 Flughäfen unter die Lupe genommen und kommen zu dem eindeutigen Schluss, dass die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs eine klimaschädliche Steuerverschwendung wäre. Die Studie hatte neben der Bedeutung für die Verkehrsanbindung und die Entwicklung der Passagierzahlen natürlich auch die Wirtschaftlichkeit im Blick, die dem Ergebnis zufolge nicht gegeben ist.

Natürlich ist das Fortführen des Flughabenbetriebes zunächst ausschließlich Sache des Besitzers und Betreibers. Eigentlich! Denn obwohl der Flughafen Hahn seit dem Verkauf durch das Land Rheinland-Pfalz zu 82,5 Prozent dem chinesischen Konzern HNA gehört und das Land Hessen Besitzer der restlichen 17,5 Prozent ist, ist er für Steuerzahler immer noch eine ärgerliche Belastung. Bis 2024 ist das Land verpflichtet, den Flughafen in der strukturschwachen Region weiter zu unterstützen und zu fördern, damit er vielleicht eines Tages rentabel wird. Dafür werden fast 75 Millionen Euro an Steuermitteln in die Hände genommen.

Es erscheint durchaus möglich, dass bei sich abzeichnenden schweren anhaltenden Turbulenzen im internationalen Fluggeschäft auch der chinesische Mischkonzern HNA irgendwann die Lust am Flughafen Hahn verlieren könnte. Doch was ist, wenn der Hahn wirklich mal ausgekräht hat? Gibt es einen Plan B für das ehemalige Konversionsobjekt Hahn? Vielleicht ist es an der Zeit – noch ohne Zeitdruck – Zukunftskonzeptionen zu entwickeln, damit man im Fall der Fälle vorbereitet ist.

Der Hahn sollte rechtzeitig neu gedacht werden. Als Gewerbe- und Innovationspark bietet er dank guter Verkehrsanbindungen schon mal alle Voraussetzungen, um zukunftsfit zu sein.

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