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Falscher Ehrgeiz kann tödlich sein

Region. Millionen Fernsehzuschauer waren schockiert: Beim Fußballspiel Dänemark gegen Finnland brach wie aus dem Nichts der Däne Christian Erikson zusammen. Nur dank des schnellen Handelns und bester medizinischer Versorgung konnte das Leben des Fußballprofis gerettet werden. Kardiologen sagen unisono, dass grundsätzlich auch Hobbysportler mit der Gefahr eines Herzstillstandes leben müssen. Gleichzeitig betonen sie aber auch, wie wichtig regelmäßiges moderates Sporttreiben für die Gesundheit ist.

Falscher Ehrgeiz kann tödlich seinDer aktuelle Fall des Fußballer Erikson hat viele Menschen nachdenklich gemacht. Fakt ist, dass es auch bei Breitensportveranstaltungen regelmäßig zu Zusammenbrüchen und Todesfällen kommt. Bei Laufveranstaltungen – beispielsweise den großen Marathons – kommt es immer wieder zu kardiologischen Zwischenfällen. Pro 100.000 Sportlern sterben ein bis zwei Läufer, hinzu kommen zahlreiche medizinische Notfälle. Und auch bei anderen Sportarten sind dramatische Ereignisse immer wieder Realität. Insgesamt aber ist Sport gesund und zudem weniger riskant als das Autofahren oder auch die Arbeit im Haushalt.

Risiken erkennen

Der sogenannte plötzliche Herztod und schwere Komplikationen kommen aus rein medizinischer Sicht selten wirklich plötzlich und vor allem nicht unerwartet. Häufig hatten die Opfer bereits Symptome und Risiken, die sie allzu sehr auf die leichte Schulter genommen haben. Schmerzen im Brustbereich, Pulsrasen, Kurzatmigkeit und Atemnot und starkes Unwohlsein sollte man auch als Freizeitsportler keinesfalls ignorieren. Gerade aber nach einer längeren Sportpause, wenn man sich endlich wieder überwunden hat regelmäßig aktiv zu sein, werden Warnzeichen häufig ausgeblendet. Hauptsache man kommt konditionell und optisch wieder in Form.

Einmal jährlich sollten Vereinssportler wie Individualsportler sich sportmedizinisch durchchecken lassen. Oft werden dabei angeborene kleinere Herzfehler oder aber Erkrankungen festgestellt, die bei intensiver Belastung mit hoher Herzfrequenz und hohem Blutdruck gefährlich werden können. Bei vielen älteren Freizeitsportlern werden bei sportmedizinischen Checks auch koronare Schädigungen und Risikofaktoren entdeckt. Das Gute für alle Bewegungshungrigen: Selbst, wenn „Schwachstellen“ entdeckt worden sind, ist moderates und wohldosiertes Sporttreiben in den meisten Fällen möglich und sogar sinnvoll.

Infekte ernstnehmen

Eine unerkannte Herzmuskelentzündung, die in der Folge einer viralen oder bakteriellen Infektion auftreten kann, ist hochgefährlich. Deshalb ist es ein Muss, dass man während und nach grippalen Infekten eine sportliche Zwangspause einlegt, um eine Herzmuskelentzündung zu vermeiden. Und wenn eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert ist, ist eine mehrmonatige totale Ruhe notwendig, die für alle Lebensbereiche gilt. Deshalb ist es wichtig, dann man bei Fieber keinerlei Sport treibt und dem Körper auch nach dem Ende der Krankheitssymptome noch etwa zwei Wochen schont. Danach kann man wieder einsteigen, aber mit Köpfchen und nicht gleich „volle Pulle“. [za]

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