Boppards Ortsvorsteherin Alexa Bach hatte zu einer Demonstration für den Erhalt des Bopparder Krankenhauses Heilig Geist aufgerufen. Daraufhin haben rund 400 Bürger, Mitarbeiter des Krankenhauses und Politiker der Region auf dem Vorgelände deutlich gemacht, dass sie eine drohende Schließung ablehnen und zugleich an eine erfolgreiche Zukunft des zum Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein (GKM) gehörenden Hauses glauben.
Nachdem die GKM-Hauptgesellschafter (die Stadt Koblenz und der Landkreis Mayen-Koblenz) ultimativ mit einer zeitnahen Schließung des Bopparder Krankenhauses gedroht hatten, sollte sich der Rhein-Hunsrück-Kreis nicht bereit erklären, auch in den kommenden beiden Jahren einen Großteil der Defizite zu übernehmen, schien das Aus besiegelt zu sein. Denn anders als vom GKM kolportiert, ist der Rhein-Hunsrück-Kreis nicht verpflichtet, das Bopparder Krankenhaus zu sichern, da für die notwendige Grundversorgung das Simmerner Krankenhaus bereitsteht.
In dieser festgefahrenen Situation machte der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch den Vorschlag, das Bopparder Krankenhaus zu einer sogenannten Regio-Klinik weiterzuentwickeln, die für Patienten auch bei Alltagsnotfällen eine Anlaufstelle wäre. (der RHA berichtete darüber ausführlich). Das Finanzierungskonzept dafür soll so aussehen: Kommt es zu dieser Fortentwicklung zu einer Regio-Klinik, verzichtet das Land auf eine bei Schließung fällige Rückforderung an das GKM von bis zu fünf Millionen Euro. Außerdem würde das Land dem Krankenhaus Boppard 2,5 Millionen Euro für Investitionen zur Umstrukturierung in eine Regio-Klinik zur Verfügung stellen. Im Gegenzug soll der Rhein-Hunsrück-Kreis mit rund einer Million Euro für 2026 und 2027 an Anlaufverlusten beteiligen. Was darüber hinaus gehen würde, müsste das GKM als Träger übernehmen.
Jetzt glühen die Köpfe in Gremien der Fraktionen in Kreis und Stadt Boppard. Gut möglich, dass nach der Kreistagssitzung am kommenden Montag (8. Dezember) und des Stadtrates Boppard am 15. Dezember Mittel bewilligt werden, mit denen der Vorschlag des Ministers umgesetzt werden kann. Wenn alle mitziehen – Kreis, Stadt, Stiftung und vielleicht auch der Förderverein – könnte das Aus des Krankenhaus in Boppard verhindert werden. Die Demonstranten in Boppard machten deutlich, dass sie darauf hoffen. [za]
Wer für das Bopparder Krankenhaus spenden möchte:
Förderkreis Hospital zum Hl. Geist e.V. Boppard, IBAN: DE 18 5605 1790 0001 1011 04.

