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Was kann der Corona-Impfstoff?

Die Impfung mit BNT162b2-mRNA-Vakzine (Pfizer/BioNTech) hat begonnen

Dr. Thomas KloseIn die erfolgte internationale, multizentrische, randomisierte, Plazebo-kontrollierte Doppelblind-Studie (Beginn 27. Juni 2020), waren 43.538 Probanden aufgenommen worden. Die Probanden erhielten zwei Dosen des Impfstoffs zu je 30 µg im Abstand von 21 Tagen. Endpunkt war das Auftreten einer bestätigten COVID-19-Erkrankung ab Tag sieben nach der zweiten Impfung. Zum Zeitpunkt der ersten Zwischenanalyse waren in der Studienpopulation 94 bestätigte COVID-19-Fälle aufgetreten. Aus den Daten errechnete sich eine Impfstoff-Wirksamkeit von über 90 Prozent ab Tag sieben nach der zweiten Impfung. Unter den 94 Fällen befanden sich keine schweren Verlaufsformen, weswegen eine weitergehende Aussage zur Schutzwirkung des Impfstoffs gegen schwere COVID-19-Verläufe nicht möglich ist.

Prof. Dr. Patrick ScheidAngaben zu den im Verlauf der Phase-III-Studie aufgetretenen unerwünschten Wirkungen des Impfstoffs wurden nicht gemacht. Im Oktober hatte das Konsortium jedoch die Ergebnisse einer Phase-I-Studie mit den zwei ursprünglichen Impfstoffkandidaten (BNT162b1 und BNT162b2) veröffentlicht. Beide waren in der Lage, die Bildung von neutralisierenden Antikörpern zu induzieren, deren Konzentration sogar über das bei natürlich Infizierten beobachtete Niveau hinausging. Die BNT162b2-Vakzine wies eine geringere Häufigkeit und Schwere von Nebenwirkungen auf, weswegen sie für die Phase-III-Studie ausgewählt wurde. Bei diesem Vakzine-Kandidaten traten bei bis zu 90 Prozent der Impflinge bei der ersten und zweiten Impfdosis leichte bis mäßige Schmerzen an der Injektionsstelle auf. Eine Rötung an der Injektionsstelle wurde nur bei wenigen Impflingen beobachtet. Weitere unerwünschte Wirkungen wurden nicht beobachtet.

Bisher ist nicht bekannt, wie lange der durch die Impfstoffe vermittelte Immunschutz andauert. Die temperaturabhängige Lagerungsstabilität der mRNA-Impfstoffe wird die Logistik beim Rollout vor besondere Herausforderungen stellen. 

Prof. Dr. Lothar ZöllerOb von dem Impfstoff erwartet werden kann, dass er das Ende der Pandemie einläutet, wird davon abhängen, wie gut die Akzeptanz der Bevölkerung und damit die erzielbare Durchimpfungsrate ist, ob die Geimpften auch vor einer Infektion geschützt sind und damit die Weitergabe des Virus an Ungeimpfte unterbunden werden kann und wie lange der Immunschutz vorhält. Sollten die genannten Faktoren es nicht zulassen, dass in der Bevölkerung eine Herdenimmunität aufgebaut werden kann, könnten neue Virusvarianten entstehen, die zu neuen Ausbrüchen auch bei bereits Geimpften führen.

Terminanmeldung zur Corona-Impfung: https://impftermin.rlp.de

Prof. Dr. Patrick Scheid., Prof. Dr. Lothar Zöller, Dr. Thomas Klose, www.coviduptodate.de 

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