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Maskentheater statt Maskenball

FFp2-Maske

Region. Die Narren müssen in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie auf ihr fröhliches Treiben verzichten. Kein Straßenkarneval, keine Sitzung und auch kein Maskenball. Doch statt Maskenball gibt’s Maskentheater. Streit, Diskussionen, Irritationen und Verunsicherungen beim Thema FFP2- und OP-Masken sind aber alles andere als lustig.

Zu den neuen, verschärften Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus gehört die Pflicht zum Tragen von medizinischen Masken, sogenannten OP-Masken, oder FFP2-Masken in Geschäften sowie in Bus und Bahn. Verlangt wird ab sofort das Tragen von OP-Masken oder zertifizierten Masken mit integriertem FFP-Filter (FFP2, FFP3, N95 oder KN95). Letztgenannte schützen nicht nur andere Menschen, sondern auch den Träger besser, denn sie lassen die feinsten Schwebepartikel (Aerosole) nicht durch. Die selbstgenähten Mund-Nasen-Bedeckungen und gekauften Stoffmasken sind fortan beim Einkaufen und im öffentlichen Personenverkehr nicht mehr erlaubt.

Kunden verunsichert
Kaum war die Pressekonferenz, in der die Bundeskanzlerin die „neue Maskenpflicht“ verkündet hatte, beendet, wurden Apotheken, Drogeriemärkte, Supermarktketten und Online-Handel buchstäblich überrannt. Alle wollten sich möglichst schnell die vorgeschriebenen Masken sichern. Und während die Politik überlegte, ob und wie man Menschen, die ohnehin kaum ausreichend Geld zum Leben haben, mit Masken versorgen kann, herrschte auf dem freien Markt Chaos. Über die Medien wurde man als Bürger mit kryptischen Abkürzungen bombardiert – doch kaum jemand blickt derzeit im Dickicht aus DIN-Normen, Zertifizierungs-Codes und Prüfsiegeln durch. Und dann grassiert zusätzlich noch die Angst vor „gefälschten“ Masken, die wirkungslos oder eventuell sogar gesundheitsschädigend sein könnten. Das Chaos ist perfekt.

Angebot und Nachfrage
Millionenfach werden jetzt die „sicheren“ FFP2-Masken und OP-Masken gekauft und bestellt. Nicht nur in Deutschland – weltweit. Kein Wunder, dass angesichts dieser enormen Nachfrage bisweilen Produktions- und Lieferengpässe entstehen. Kein Wunder auch, dass in einem freien Markt die Preise nach der Regel „Angebot und Nachfrage“ in die Höhe schnellen. Und es stimmt, dass angesichts der enormen Nachfrage auch Produkte auf den Markt gelangen, die nicht den gewünschten Schutz gegen die Aerosole bieten. Die Verbraucher sitzen in einer Zwickmühle: Sie sind gezwungen, sich für den täglichen Bedarf mit Masken einzudecken, viele wissen aber nicht, woran sie „GUTE MASKEN – SCHLECHTE MASKEN“ erkennen können und welcher Preis tatsächlich angemessen ist.

Was kosten FFP2-Masken?
Die Preise für FFP2-Masken variieren stark. Bei Online-Anbietern findet man die günstigsten Masken schon für einen Preis um 1,20 Euro. Wer lieber „klassisch“ einkaufen will, der kann in Drogeriemärkten größere Packungen kaufen, in denen die einzelnen Masken zwischen 1,40 Euro und 2,20 Euro kosten. In Apotheken, in denen man in der Regel auch gut beim Kauf beraten wird, gibt es nach einer RHA-Stichprobe FFP2-Masken in der Bandbreite von 2,60 Euro bis 6 Euro. OP-Masken gibt es ab 50 Cent aufwärts.

Wie lange halten Masken?
Wer sich und andere schützen will, sollte die Masken höchstens einen Tag verwenden. Es ist nicht sinnvoll, die Masken nach dem Einkaufen im Auto am Innenspiegel aufzuhängen oder auf der Mittelkonsole abzulegen. Wenn überhaupt, muss man eine Maske absolut trocken und kontaktfrei lagern, sonst haben Erreger des eigenen Nasen- und Rachenraums leichtes Spiel und Bakterien und Pilze ideale Bedingungen. Masken dürfen auch nie einem anderen Menschen „ausgeliehen“ werden.
Worauf muss man achten?
Es ist falsch, dass man Masken mit KN95-Kennung nicht kaufen sollte. Diese sagt nichts über die Qualität aus, sondern ist nur der Hinweis, dass die Maske in China hergestellt wurde. In China wie in weiten Teilen Asiens trägt man seit Jahren im Alltag Masken, deshalb werden sie dort in hoher Stückzahl und mit insgesamt guter Qualität produziert. FFP steht für „Filtering Face Piece“. Die Schutzklasse FFP2 schützt vor Aerosolen, Rauch und Feinstaub in der Atemluft. Eine europaweite Norm (EN 149) regelt die Qualität dieser Masken. Sie filtern 94% der Partikel aus der Luft, auch kleinste Tröpfchen. Die Europäische Norm DIN EN 149 wird mit Jahresangabe versehen. Für DIN EN 149 mit 2009-08 oder auch als EN 149:2001+A1:2009. Die CE Kennzeichnung auf der Verpackung (OP-Maske) beziehungsweise auf der Maske selbst (FFP2-Maske) zeigt an, dass die gesetzlichen Normen erfüllt werden. Die darauffolgende vierstellige Nummer gibt Rückschluss auf das Prüfinstitut, das die Zertifizierung durchgeführt hat (1008 zum Beispiel für TÜV Rheinland). [za]

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