Start Aktuell Corona Coronakrise und die Folgen

Coronakrise und die Folgen

Region. Die Coronapandemie und die weltweiten Maßnahmen gegen eine gefährlich schnelle Verbreitung des Virus haben einschneidende Folgen für uns alle. Millionen Arbeitsplätze sind in Gefahr, ganze Branchen verzeichnen kaum noch Einnahmen und deren Betriebe sind existenziell bedroht. Auch viele Arztpraxen werden seit Ausbruch der Coronakrise auffallend wenig besucht – leere Wartezimmer sind ein sichtbarer Beleg. Einige Ärzte mussten sogar auf das Instrument der Kurzarbeit zurückgreifen um wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Vor allem Fachärzte registrierten ein Fernbleiben der Patienten: Die Angst vor einer möglichen Infektion in den Praxen ist offenkundig größer als die gesundheitlichen Risiken durch den Verzicht auf Behandlungen.

Arztbesuch

Zahlen sind erschreckend
Bis zu 50 Prozent weniger Patienten bei Kardiologen, ein Minus von mehr als 80 Prozent bei Zahnärzten und leere Wartezimmer bei Urologen, Gastroenterologen und Onkologen. Und auch Hausärzte beklagen, dass viele – vor allem Ältere – auf die medizinische Versorgung verzichten. Die schlimmen Folgen: Krankheitsverläufe verschlimmern sich häufig durch das Auslassen von Arztterminen, besonders bei Krebs- und Herz-Kreislauferkrankungen mit oft dramatischen Auswirkungen.

Im Verbreitungsgebiet des Rhein-Hunsrück-Anzeigers spüren Ärzte, dass einhergehend mit den Lockerungen der Einschränkungen auch Patienten wieder vermehrt in die Praxen kommen. Aus medizinischer Sicht ein positiver Effekt auf dem Weg zur gewohnten Normalität, auch wenn Virologen gleichzeitig davor warnen, dass die Lockerungen nicht zu Leichtsinn im täglichen Miteinander führen dürfen. Fakt ist aber, dass nirgendwo sonst penibler Hygieneregeln eingehalten werden als in Arztpraxen.

Angst vorm Arztbesuch ist unbegründet

Arzttermine wahrnehmen
In der Hausarztpraxis von Dr. Yvonne Paetz freut man sich, dass die Patienten­ängste spürbar nachlassen. Für einige Zeit „ruhte“ auch dort der Patientenverkehr, mit intensiver telefonischer Beratung hat die Ärztin ihren Patienten zur Seite gestanden. „Jetzt springt die Nachfrage nach Terminen und der Besuch unserer Praxis aber spürbar an“, sagt eine Mitarbeiterin. Gleiches hört man auch aus der Bopparder Augenarztpraxis von Dr. Peter Ziegler. Auch hier kamen im vergangenen Monat deutlich weniger Patienten, auch hier registriert man, dass sich mittlerweile wieder deutlich mehr Patienten behandeln lassen.

Dr. Rami Kabbani (Hals-Nasen-Ohren-Arzt in Boppard) und sein Team spüren ebenfalls, dass nach Wochen größter Zurückhaltung die Praxis wieder deutlich stärker frequentiert wird. Die Zahnärzte der Region bekamen die Coronakrise besonders zu spüren. Während kieferorthopädische Behandlungen weniger stark zurückgingen, vermieden viele Menschen klassische zahnärztliche Arbeiten.

In der Bopparder Gemeinschaftspraxis von Hubert und Wilhelm Thelen hat sich aber die Zurückhaltung auch mittlerweile gelegt, ebenso wie in der Koblenzer Zahnarztpraxis von Dr. Cora und Dr. Dirk Grünewald. „Wir hatten 30 bis 35 Terminabsagen am Tag und mussten auch Kurzarbeit anmelden“, so Dr. Dirk Grünewald. „Nach der wochenlangen Zurückhaltung besteht jetzt offensichtlich erhöhter Nachholbedarf“, so der erfahrene Zahnarzt. „Ich kann nur allen Patienten raten, Arzttermine unbedingt wahrzunehmen. Ich habe einige Fälle, bei denen sich das Krankheitsbild aufgrund von Behandlungsunterbrechungen deutlich und bedenklich verschlechtert hat.“ [za]

Kontakt

    • Ihr Name (Pflichtfeld)

      Ihre E-Mail Adresse (Pflichtfeld)

      Betreff (Pflichtfeld)

      Ihre Nachricht