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Briefwahl-Boom hält an

Bei der bevorstehenden Bundestagswahl wird die Anzahl der Briefwähler auf eine neue Rekordmarke steigen. Experten halten es für möglich, dass fast 50 Prozent der Stimmen nicht mehr klassisch in den Wahllokalen abgegeben werden.

Briefwahl-Boom hält anRegion. Die Ursachen für die zunehmende Beliebtheit der Briefwahl sind neben einer Spur Bequemlichkeit und der Unabhängigkeit vom eigentlichen Wahltermin am 26. September sicherlich auch die Corona-Pandemie. Doch auch vor Corona war ein Trend zur Briefwahl festzustellen: Nachdem bei der Premiere bei der Bundestagswahl 1957 weniger als fünf Prozent ihre Stimmen zuhause abgaben, waren es 2005, als die jetzt scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel erstmals gewählt wurde, schon 18,7 Prozent und vor vier Jahren bereits 28,6 Prozent.

Aktuell deutet vieles darauf hin, dass fast die Hälfte aller Stimmen vor dem 26. September per Post zugestellt beziehungsweise persönlich in den zuständigen Verwaltungen abgegeben wird. Für die Deutsche Post ist das enorme Aufkommen der besonders wichtigen Briefe eine ebenso besondere Verantwortung. 

Doch die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sie damit keine Probleme hat. Für die Parteien und deren Kandidaten hat sich durch die vielen  Briefwähler aber das Wahlkampfverhalten verändert. Sie müssen deutlich früher Überzeugungsarbeit leisten und ihre Strategien gezielt auf den Briefwahl-Boom ausrichten.

Derzeit werden nicht nur von Parteianhängern die Umfragewerte der renommierten Institute mit Spannung verfolgt. Die Ergebnisse der repräsentativen Befragungen gelten in Deutschland als sehr präzise, größere Abweichungen wie zuletzt bei einer Landtagswahl sind die Ausnahme. Doch bei der bevorstehenden Bundestagswahl gibt es eine Auffälligkeit, die vor allem der CDU, die hinter der SPD herhinkt, Hoffnung machen dürfte: Rund ein Fünftel der Wählerschaft ist noch unentschlossen. Auch viele, die die Briefwahlunterlagen angefordert haben, zögern noch mit dem Zurücksenden. Für die Parteien ist die Botschaft deshalb klar: Es lohnt sich vielleicht mehr denn je bis zum Termin der Bundestagswahl, um die Gunst der Bürger zu werben. [za]

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